22.01.2012
Deutsches Trinkwasser erhält Testnote „sehr gut“
Grenzwertüberschreitungen sind bei allen größeren Wasserwerken die Ausnahme. Z.B. Nitrat: Im Grundwasser tritt es z.T. in hohen Konzentrationen auf. Im Trinkwasser werden die Grenzwerte aber nicht mehr überschritten. Auch bei fast allen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen werden die strengen rechtlichen Vorgaben zu mehr als 99 Prozent eingehalten.
Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle Bericht zur Trinkwasserqualität des Bundesministeriums für Gesundheit
(BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA). Jochen Flasbarth, UBA-Präsident:
„Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken zu sich nehmen. Die
qualitativen Eigenschaften bekommen nach wie vor ausschließlich Bestnoten.“
Als Lebensmittel Nummer eins muss Trinkwasser hohen Anforderungen genügen.
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gibt diese verbindlich vor. Es darf
keine Krankheitserreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden
Konzentrationen enthalten und muss „rein und genusstauglich“ sein.
Bei ein bis drei Prozent der hier erfassten Überwachungsmessungen in den
Jahren 2008 bis 2010 kam es zu Grenzwertüberschreitungen. Hierbei handelt
es sich um Ausnahmen. Sie gehen auf einzelne Wirkstoffe von
Pflanzenschutzmitteln zurück oder betreffen coliforme Bakterien. In beiden
Fällen stammen die Proben aber nicht aus dem Wasserhahn sondern von
Wasserwerken und direkt aus dem Rohrnetz. 99 Prozent aller
Trinkwasserproben aus dem Wasserhahn waren in diesen Fällen nicht zu
beanstanden. Für Nitrat bestätigen die neuen Daten den bereits in den
Jahren davor beobachteten rückläufigen Trend. Während die
Grenzwertüberschreitung von Nitrat im Jahr 1999 bei 1,1 Prozent lag, sank
sie 2010 auf nahezu null Prozent. Dass auch der Nitratgehalt im
Grundwasser oder in Gewässern mit gleicher Tendenz abgenommen hat, lässt
sich aus diesem Trend jedoch nicht schließen. Reduziert werden konnte der
Nitratgehalt im Trinkwasser vor allem durch weiterreichende
Aufbereitungsmaßnahmen sowie durch die Mischung mit weniger belastetem
Wasser. Grenzwertüberschreitungen bei Blei kommen dagegen nicht aus dem
Wasserwerk, sondern aus bleihaltigen Leitungen und Armaturen, die die
allgemein anerkannten Regeln der Technik nicht erfüllen. Das ist auch
meist die Ursache, wenn Überschreitungen bei Kupfer, Nickel und Cadmium
auftreten.
Kommen Grenzwertüberschreitungen vor, bedeuten sie nicht in jedem Falle
eine Gefährdung der Gesundheit. Dies hängt vom jeweiligen
Qualitätskriterium ab sowie von der Höhe und Dauer der Überschreitung. So
sind zum Beispiel viele coliforme Bakterien für den Menschen nicht
infektiös, aber ihr Auftreten im Trinkwasser zeigt eine allgemeine
Verschlechterung der Wasserqualität an und damit die Notwendigkeit
weiterer Untersuchungen, um die Ursache zu klären und gegebenenfalls
vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung
einzuleiten.
Warum ein Bericht zur Trinkwasserqualität?
Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten dazu, alle
drei Jahre einen Trinkwasserbericht vorzulegen. In Deutschland basiert der
Bericht auf den Meldungen der Bundesländer an das BMG und UBA.
Berichtspflichtig sind die ca. 2360 Wasserversorgungen (einschließlich des
dazugehörigen Leitungsnetzes und der häuslichen Trinkwasser-Installation).
Die Wasserversorgungen geben durchschnittlich jeweils mehr als 1000
Kubikmeter Wasser am Tag ab oder beliefern mehr als 5000 Personen.
Zusammen verteilen sie etwa vier Milliarden Kubikmeter Trinkwasser an ca.
90 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung.
Weitere Informationen über die Trinkwasserbeschaffenheit im
Versorgungsgebiet bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher bei dem
zuständigen Gesundheitsamt oder dem jeweiligen Wasserversorger.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4238.html
http://www.uba.de/uba-info-medien/4083.html
Umweltbundesamt (UBA)
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