01.08.2010
Ulmer Kläranlagen-Filtertechnik für den Bodensee
In der Kläranlage Steinhäule, Neu-Ulm, wird sie bereits im Kleinversuch getestet: die nachgeschaltete Aktivkohlefiltration. Mit dem ersten Spatenstich am 27.Juli 2010 erfolgte der Startschuss für den Einbau dieser zusätzlichen Reinigungsstufe zum regulären Einsatz in der Kläranlage Langenargen-Kressbronn.
Eine Aktivkohlefilteranlage dient zur Eliminierung von Restbeständen aus Medikamenten und Antibiotika im geklärten Abwasser. Überall dort, wo Kläranlagen geklärtes Wasser in Flüsse oder Seen einleiten, die zur Trinkwasserentnahme genutzt werden, ist eine besonders hohe Reinheit des Abwassers gefordert. Dies ist in Ulm an der Donau ebenso Maßgabe wie in Kressbronn am Bodensee.
Da mit der kleinen Versuchsanlage in Neu-Ulm gute Ergebnisse erzielt wurden, werden die Erfahrungen genutzt und mit dem Einbau einer großen Aktivkohlefilteranlage in Kressbronn erweitert. Das heißt, nach der mechanischen Reinigung durch ein Sieb durch-läuft das Abwasser mehrere biologische Reinigungsstufen. Bakterien sorgen dabei für das Zersetzen von unerwünschten Inhaltstoffen. Im Nachklärbecken setzen sich die Bakterien ab und das so gereinigte Wasser wird nun in ein Kontaktbecken gepumpt. Dort werden mit Hilfe von flüssiger Aktivkohle Rückstände aus Medikamenten ausgefiltert. In einem Sedimentationsbecken wird zum Schluss durch einen Absetzungsvor-gang das saubere Wasser wieder von der Aktivkohle getrennt und schließlich in den Bodensee eingeleitet.
An der Planung maßgeblich beteiligt ist das Ingenieurbüro Conplaning GmbH Ulm/Neu-Ulm. Das Unternehmen sorgt für die elektrotechnische Steuerung und Regelung der messtechnischen Einrichtungen sowie der Pumpen, Dosier- und Rührwerke. Langfristig wird diese Filtertechnik auch im Klärwerk Steinhäule Neu-Ulm zum regulären Einsatz kommen und auf diese Weise reines Abwasser für die Donau sicherstellen.
Team-Entlastung
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