03.12.2009
Temperaturanstieg gefährdet Wintersport in Mittelgebirgen
Für den Wintersport ausreichende Schneehöhen werden in den
Mittelgebirgen immer seltener. Das ergaben die Modellrechnungen eines
Teams von Geographen der RWTH Aachen.
Die Ergebnisse der Untersuchungen von Klimadaten und der Analyse von naturräumlichen und
sozioökonomischen Rahmenbedingungen des Wintersporttourismus sind
jetzt auf der vom Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) betriebenen
Internetseite Nationalatlas aktuell
http://aktuell.nationalatlas.de in übersichtlicher Form dargestellt.
Danach dürfte der mit dem Klimawandel verbundene Temperaturanstieg
dafür sorgen, dass die für Wintersport erforderliche Mindestschneehöhe
von zehn Zentimetern zukünftig an immer weniger Tagen des Jahres
erreicht wird. Bis 2030 rechnen die Forscher mit einem Rückgang der
Zahl der Schneetage um bis zu 20 Prozent. Bis zur Mitte des
Jahrhunderts erwarten sie in den Gipfellagen nur noch knapp die Hälfte
und in den mittleren und tieferen Lagen sogar bis zu 65 Prozent
weniger Schneetage im Vergleich zum Zeitraum 1994 bis 2003. Dann
dürfte der kommerzielle Schneesport in den Wintersport- und
Skigebieten der deutschen Mittelgebirge an die Grenze der Rentabilität stoßen.
Mit guten bis ausreichenden Bedingungen für den Wintersport können
Liftbetreiber, Hoteliers und Gastwirte aber immerhin noch bis in das
dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts rechnen. Das gilt zumindest für
die Hochlagen der Mittelgebirge. Investitionen in die touristische
Infrastruktur der Skigebiete halten die Aachener Geographen aufgrund
ihrer Analysen und Prognosen denn auch für "durchaus sinnvoll".
Allerdings gehen sie von regional unterschiedlichen Entwicklungen aus.
So würden die Veränderungen in den milderen südwestlichen
Mittelgebirgen rascher vor sich gehen als in den niederschlagsärmeren
und kälteren östlichen Mittelgebirgen.
Die Untersuchungen der Aachener Wissenschaftler sind Teil des vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts
Geographisches Informationssystem für Klimavariabilität und
Schneeverfügbarkeit in deutschen Mittelgebirgen, kurz GIS-KliSchee.
Regionale Klimadaten, Satellitenbilder und statistische Klimamodelle
bilden die Grundlagen der Berechnungen und Prognosen.
In der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell veröffentlicht das
Leibniz-Institut für Länderkunde regelmäßig Beiträge zu Ereignissen
aus Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur, Politik und Umwelt. Im
Mittelpunkt stehen eigene Karten und Grafiken sowie von Experten
geschriebene Begleittexte. Alle Karten und Diagramme können auf Wunsch
in Druckqualität zur Verfügung gestellt werden. Jüngere Beiträge
beschäftigen sich unter anderem mit den Themen West-Ost-Wanderung,
Cross-Border-Leasing und nichteheliche Geburten im regionalen Vergleich.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://aktuell.nationalatlas.de
http://www.ifl-leipzig.de
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